Naturnaher Garten - warum so wertvoll?

Eine Aktion im Rahmen der "Woche der Natur" durch die Bingo-Umweltstiftung


Naturnaher Garten – warum so wertvoll?

Mit 17 Teilnehmern bei einem Rundgang mit Gartenbautechnikerin Frauke Senne durch den Garten haben wir viel erfahren.  
Auf Wunsch der Teilnehmer stellen wir hier einige der vielen Informationen zum Nachlesen zusammen.

In einem naturnahen Garten dürfen auch die verschiedensten Wildkräuter ihren Platz finden. Entweder gemeinsam im Beet mit den Stauden, die dort ihren besonderen Platz bekommen haben. Oder aber an ungemähten Stellen im Garten, wo sich eine Wildwiese entwickeln kann, die Wildwiese sollte ein bis zweimal im Jahr gemäht werden. Wenn man den Schnitt dann nicht liegen lässt, sondern abfährt, wird die Wiese automatisch über die Jahre abgemagert und es können sich immer mehr Arten ansiedeln, die magere Böden benötigen. 

Allgemein stellt man sich oft unter einer Wildwiese ein bunt blühendes Blumenmeer vor. Tatsächlich ist dies langfristig eher auf sehr mageren Böden möglich. Auf der anderen Seite bevorzugen allerdings nur ein kleiner Teil der Insekten diese Blumenwiesen. Wenn wir die Biodiversität erhalten wollen, müssen wir vor allen Dingen Wildkräuter anbieten. Eine Wildkräuterwiese ist für unser Auge vielleicht nicht ganz so bunt und blumig – aber für die Insekten umso wertvoller. Das Ziel sollte sein, möglichst viele der heimischen Wildkräuter anzusiedeln. Aber auch Hortensien, die den Insekten kaum Nahrung bieten erfüllen noch einen guten Zweck, wenn man vertrockneten Blüten vom Vorjahr noch weit ins Frühjahr stehenlässt. Für viele Vögeln sind diese Blüten wertvolles Nistmaterial.

Im Rahmen des Garten Rundgangs erhielten wir noch einige praktische Tipps zum Gärtnern:

Bei gepflasterten Flächen sind nicht versiegelte Fugen sehr wichtig. Oft reicht es aus, die sich dort ansiedeln Pflanzen (im Sprachgebrauch Unkraut) mit einem Fadenschneider von Zeit zu Zeit flach zu halten. Kommt man so aber nicht mehr dagegen an, dann ist das Abflammen eine gute Methode. Ein praktischer Tipp, um nicht die Hecke in Brand zu setzen, ist mit kurzer Hose beim Abflammen selbst vor der Hecke zu stehen, so merkt man am besten, wenn es zu heiß wird. 
Eine altbewährte Methode ist auch das abgegossene Kartoffel-Kochwasser jeweils auf eine andere Stelle des Pflasters zu gießen. Von den Mitteln, die heute zur Unkrautbekämpfung erlaubt sind, ist u.a. Pelargonsäure zu nennen.

Wie pflanzt und schneidet man einen Apfelbaum? Zunächst erhält der Baum seinen ersten Schnitt. Zu der Terminale werden 4-5 senkrechte Äste stehen gelassen. Nach dem Einpflanzen, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Veredelungsstelle leicht über der Erde steht, ist es wichtig, den Baum gut zu befestigen. Ein Pfahl sollte in Hauptwindrichtung fest in die Erde geschlagen werden. Danach sollte ein Band, z.B. ein dickes Band aus Hanf doppelt gelegt, die entstandene Schlaufe über den Fall gestülpt und dann eine Bindung zwischen Pfahl und Pflanze in Form einer acht geschaffen werden. Nun mehrmals binden und zum Schluss den Steg zwischen Pfahl und Pflanze sehr fest umwickeln, dabei so viel Band verwenden, bis eine sehr stabile Bindung entstanden ist.

Neben einem üblichen Schnitt in den Wintermonaten, könnte ein Apfelbaum auch im Juni beschnitten werden

Wenn im eigenen Garten nicht genug eigener Kompost anfällt, empfiehlt es sich, Qualitätskompost aus einer Heißrotte zu verwenden, da hier die Unkrautsamen vernichtet sind.

Wer ist nicht verzweifelt, weil die Raupe des Zünsler den Buchsbaum an den Rand des Absterbens bringt. Nun zeigt sich aber, dass immer mehr Vögel gelernt haben, die Raupen zu fressen. Der Buchsbaum im Garten ist ein großer unbeschnittener Busch. Hier haben die Vögel gute Chancen in den Busch zu fliegen und sich den Bauch voll zu schlagen. Viele Buchsbaumhecken sind aber beschnitten. Hier können die Vögel ihr Werk kaum vollbringen.
Gegen die Raupe des Zündlers kann auch Bacillus thuringiensis verwendet werden. Es ist ein natürlich im Boden vorkommendes Bakterium, das den Larven schadet, aber für den Menschen vollkommen unschädlich ist (z.B. Xentari von Neudorf, im Abstand von 14 Tagen wiederholen).