Naturnaher Garten ohne viel Arbeit - geht das? 

Eine Aktion im Rahmen der "Woche der Natur" der Bingo-Umweltstiftung
 

Für jeden wird diese Frage anders zu beantworten sein  sagt Markus Altgassen,  je nachdem, welche Ansprüche an den Garten gestellt werden oder was als Arbeit und was als entspannende Freizeitbeschäftigung empfunden wird.
Beim Blackbox Gardening z.B. überlässt man die Gartengestaltung überwiegend der Natur. Der Gartenbesitzer fungiert als Beobachter, während die Pflanzen selbst entscheiden, wo sie Keimen und wachsen. Für den einen ist das ein gutes Konzept. Ein anderer möchte aber doch mehr mitentscheiden, so ist der Anspruch an einen Naturgarten weit gefächert.

Grundsätzlich gibt es aber eine Menge Maßnahmen, mit denen man den Garten um einiges pflegeleichter machen kann. Nach dem Motto „ wehret den Anfängen“ kann eine Naturhecke nicht nur vielen Vögeln und Insekten Unterschlupf bieten, sondern auch verhindern, dass unerwünschte Samen vom Nachbargrundstück in den Garten gelangen. Falls ich bestimmte Pflanzen nicht in meinem Garten haben möchte, dann verringert sich die Arbeit deutlich, wenn ich auf jeden Fall verhindere, dass diese Pflanzen nicht zur Blüte beziehungsweise zur Aussamung kommen. Auch wenn ich nicht den ganzen Rasen ständig mähe, kann ich mir Arbeit sparen und dazu noch einiges zur Biodiversität beitragen, indem ich den sich so ausbreitenden Kräutern Raum gebe.  Es müssen nicht immer für uns schön aussehende Blühwiesen sein. 75% der Insekten brauchen keine Blüten.

Kräuter – oder Blühwiesen sollten ein oder zweimal im Jahr abgemäht werden und vertrocknete Pflanzen sollten bis zum späten Frühjahr stehen- oder liegengelassen werden, sie dienen vielen Insekten als Unterschlupf.

Auf die Frage nach geeigneten Bodendecker, um damit die Arbeit zu erleichtern und mühsames Unkrautjäten weitgehend zu vermeiden, wurden genannt: Gamander Teucrium, Ehrenpreis (Veronica), Storchschnabel- nimmt sich aber schnell die ganze Fläche, Frauenmantel, Salbei (die kleinere Form memorosa), Waldmeister und Thymian.
Möchte man nicht ständig eine Behandlung des Buchsbaums gegen den Zünsler anwenden, bieten sich auch andere Pflanzen als Ersatz an, zum Beispiel der kleinblütige Ilex (Ilex crenata)
Die Jagd auf Wühlmäuse können wir uns sparen, wenn wir die gefährdeten Pflanzen schützen. So kann man zum Beispiel Schotterkies beim Einpflanzen von Blumenzwiebeln um die Zwiebel geben.